Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Aus dem Archiv: Am Beberbach waren einst Biber zu Hause

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Heiligenstadt ·
Tags: Rengelrode
"Im Jahre 1181 kommt der Name „Ringelderode“ erstmals vor. Damit ist unser heutiges Rengelrode gemeint. Auf jeden Fall ist der Ort bedeutend älter, als die urkundliche Erstmeldung besagt. Es handelt sich der siedlungsmäßigen Anlage nach um ein „Haufendorf“, das im Eichsfeld sehr häufig vorkommt. Es verdankt seine Bezeichnung der unregelmäßigen und willkürlichen Anordnung der Gehöfte. Das wesentliche Merkmal des Haufendorfes ist das Fehlen einer festen Plankomposition. Das zeigt sich vor allem in der uneinheitlichen Wegeführung. Dos Haufendorf passt sich in besonderem Maße den gegebenen Geländeverhältnissen an (R. Ogrissek, Dorf und Flur in der DDR).

Wie ich in meinem Buch „Die Ortsnamen des Kreises Heiligenstadt" nachwies, ist der Name Rengelrode zu einem Personennamen "Ringolt" zu stellen. Hier sei angemerkt, daß die Siedlungen, die auf „rode" enden, meist mit einem Personennamen verbunden sind. Auch ein Frauenname „Hrinc-hilt" ist zu erwägen, aber ich gebe dem „Ringolt" den Vorzug. Die Kirche in Rengelrode wurde Im 16. Jahrhundert erbaut. Der Turm dieser alten Kirche ist noch von damals erhalten. Ein Neubau erfolgte 1738.

Für Rengelrode sammelte ich weit über hundert Flurnamen. Diese geben Aufschluss über die früheren Geländeverhältnisse, über die Tier- und Pflanzenwelt. So lässt der „Beberbach" darauf schließen, dass in früheren Zeiten hier nicht selten Biber anzutreffen waren. Davon legen Zahlreiche Flur-, aber auch Ortsnamen Zeugnis ab. Den Flurnamen „Kamnar“ konnte ich als „Besitz der Kammer“ (herrschaftlicher Besitz) deuten. Der „Kressenborn“ hat seinen Namen von der Pflanze, der Kresse. Das „Lohsiechen" hat mit „siech“ - krank nichts zu tun, sondern deutet auf nasse, feuchte Gegend, Das „Loh“ ist lichter Wald. Wenn man von Uder nach Thalwenden geht, kommt man durch das „Loh“. Bei Geisleden gibt es das „Kirchloh“."



Quelle: Thüringer Tageblatt 1986, Dr. Erhard Müller - Bild: Blick von der Elisabethhöhe auf Rengelrode im Jahre 2015



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