Aus dem Archiv: Mittelalterlicher Fund in Rengelrode - Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Aus dem Archiv: Mittelalterlicher Fund in Rengelrode

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Heiligenstadt ·
Tags: RengelrodeGrabungsfundWarte
Ein Haus „angeschnitten"? Auf Keramik aus dem 14. Jahrhundert gestoßen

"Auf einen mittelalterlichen Bodenfund stieß man in Rengelrode beim Aushub für ein Grab auf dem erst vor 30 Jahren angelegten Friedhof. In einer Tiefe von etwa 1,20 Meter wurden diverse Tonscheiben und ein stark verrostetes Eisenstück gefunden. Dank der Umsicht des Bürgers Franz Witzel wurden die 60 Teilstücke sorgsam gesammelt und dem Bereich Bodendenkmalpflege des Museums für Ur- und Frühgeschichte Weimar zur Begutachtung übergeben. Wie jetzt von Dipl.-Prähistoriker, W. Timpel mitgeteilt wurde, handelt es sich bei dem Fund um die für das Eichsfeld typische Keramik des 14. Jahrhunderts. Unter den Bruchstücken befinden sich solche von drei Schüsseln, von Kugelbodengefäßen und einer eckigen Kachel. Das Eisenstück war bei dem sehr schlechten Erhaltungszustand nicht genau zu bestimmen.

Es ist zu vermuten, dass mit der Grabung ein Haus aus dem 14. Jahrhundert angeschnitten wurde, das bereits vor langer Zeit wüst und von Erdschichten überdeckt wurde. Der Siedlungsbereich In unmittelbarer Nähe des Kirchturmes, eines ehemaligen Wehrturmes, dürfte somit zum mittelalterlichen Ort gehört haben, in dem bis zum Jahre 1486 eine offensichtlich einflussreiche Ritterfamilie ihren Stammsitz hatte. Rengelrode ist im Jahre 1184 erstmals urkundlich erwähnt worden. Der Fund aus ferner Vergangenheit wurde im Archiv und Magazin des Museums in Weimar eingelagert."

Thüringer Tageblatt vom 29.08.1985 M. F.

heiligenstadt.net

Aus dieser Zeit des Fundes stammt nur die Regelröder Warte an der Beber, die um 1433 errichtet wurde. Auf dieser kleinen Anhöhe soll vor dem Bau der Warte ein Galgen gestanden haben. Die Stelle war von der Wallburg auf der Elisabethhöhe gut einsehbar. Vermutlich wurde nach dem Verlassen der Burganlage die Warte errichtet, die zum Schutz des Dorfes und der Stadt dienen sollte.


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