Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Beschenken zum Nikolaus aus heidnischer Tradition

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: Nikolaus
Die katholische Kirche ersetzte während der Christianisierung heidnische Feste durch christliche, wie das Weihnachtsfest. Die Germanen feierten am 21. Dezember die Wintersonnenwende. Mit dem Julklapp wurde die Tradition des Beschenkens fortgeführt. Die Zusammenlegung der beiden Feste brachte aber auch Schwierigkeiten mit sich. So waren die germanischen Götter böse, wenn ihnen nicht geopfert wurden. Sie zeigten sich dann in grässlichen Gestalten und man konnte sich nur retten, indem man mit Gebeten die Heiligen anrief.

Man stelle sich das bildlich vor: Bischöfe und Heilige treiben Germanengötter durch die Straße! Dabei blieben Prügeleien nicht aus. Die Götter kamen, wie ihr Nachfolger Knecht Ruprecht aus dem Wald. Alle trugen eine Rute und einen Sack, in dem die Kinder gesteckt werden sollten, die kein Gebet kannten. Konnten sie ein Gebet aufsagen, so stürmten die Heiligen und Bischöfe in die Stube und vertrieben die Germanengötter. Zum Trost bekamen die Kinder Äpfel, Nüsse und andere kleine Geschenke.

Die Tradition endete mit der Reformationszeit, wo fast das gesamte Eichsfeld evangelisch war. Während der Gegenreformation führte die Kirche die Tradition in abgewandelter Version wieder ein, um den Kindern in der Adventszeit eine Vorfreude zu bereiten.



Quelle: „Frohe Feste und alte Volksbräuche im Eichsfeld“ von Günther Meinhard - Bild: Auferweckung der getöteten Scholaren (Altartafel in der Kirche St. Mariae in Mühlhausen in Thüringen) Wikipedia


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