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Heimatgeschichten: Wildungen

Heiligenstadt im Eichsfeld
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Tags: Wildungen
Oberhalb des Dorfes Brehme befindet sich am Hang des Ohmgebirges die Ruine Wildungen. Erhalten ist nur noch eine 16 m hohe Wand der Kirche über dem Wildunger Teich. Es könnte sich auch um Überreste einer Burg handeln, denn Herzog Albrecht von Braunschweig soll das Raubschloss Wildungen zerstört haben.
Wildungen traf das Schicksal wie viele anderen Dörfer im Eichsfeld, die nach Kriegen, Verwüstungen, Pestjahren oder aus wirtschaftlichen Gründen verlassen wurden.

Wintzingerode-Knorr führt den Ort Wildungen im 16. Jahrhundert als eingegangen auf. Die Häuser sollen in der Gemarkung verstreut gewesen sein. 1253 wird Wildungen als Lehen der Bodensteiner aufgeführt. In einer Urkunde vom 3. Juni 1359 verkauft Ernst von Bodenstein unter anderem „dorpe und velde to Wildungen“ an die 4 Ganerben (Erbgemeinschaft einer Familie) des Schlosses Bodenstein. 1677 wird der Ort als „Wüstung“ bezeichnet.  Im 19. Jahrhundert gab es hier zwei Meiereien: Ober- und Unterwildungen.
Nach dem Dorf nannte ein Rittergeschlecht, Heinrich von Wildungen war 1307 Burgmann auf Burg Fürstenstein. Wann das Geschlecht ausgestorben ist, wurde nicht überliefert. Jedenfalls sind Berlt und Siegfried von Wildungen 1440 Burgmänner auf dem Scharfenstein.

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Von der Kirche in Wildungen ist folgende Geschichte erhalten:

„Schon einige Jahre waren Kriegsheere, die alles verwüsteten, durch die Lande gezogen. Jetzt näherten sich die Schweden dem Eichsfeld und verbreiteten Angst und Schrecken. Die Bewohner packten ihre notwendigste Habe und flüchteten in die Wälder, denn schon vieles hatte man von den Greueltaten der Schweden gehört. Auch nach Wildungen waren die Schreckensnachrichten gekommen. Weil das Dorf aber im Wald sehr versteckt lag und bislang von keinem plündernden Soldatenhaufen entdeckt worden war, glaubte man, auch diesmal vor einem Überfall sicher zu sein. Am Tag vor dem Fest Mariä Himmelfahrt aber war ein Einwohner von Wildungen in Duderstadt gewesen, und auf seinem Heimweg hatte er im Wald, gar nicht weit vom Dorf entfernt, eine kleine Gruppe schwedischer Soldaten bemerkt. Sein Bericht rief große Unruhe im Dorf hervor. Der alte Pfarrer versuchte die verängstigten Leute zu beruhigen und ihnen Mut und Gottvertrauen einzureden. Schließlich sagte er: „Packt eure wichtigsten Sachen zusammen! Kommt morgen früh, sobald es dämmert, zur Kirche! Dort werden wir eine heilige Messe feiern und die Gottesmutter um Schutz bitten für unser Dorf. Danach lasst uns im Ohmberg das sichere Versteck aufsuchen, in das schon eure Vorfahren in großen Notzeiten geflüchtet sind!“

Schon früh am Tag der Himmelfahrt Marias saßen fast alle Dorfbewohner in der Kirche und beteten. Alle folgten andächtig der heiligen Messe. Der Pfarrer sprach die Worte der Wandlung, da wurde plötzlich die Kirchentür weit aufgerissen. „Die Schweden sind da!“ schrie eine Frau. Die Beter erbleichten, sprangen auf und drängten dem Ausgang zu. Der Priester am Altar aber ließ sich nicht stören und setzte ruhig die heilige Handlung fort. Einige Schweden drängten schon durch die Menge in die Kirche hinein. Der Anführer eilte mit gezücktem Degen zum Altar und rief. „Fahre zur Hölle, alter Betrüger!“ Er stieß zu, tot sank der Pfarrer zu Boden. Dann wollte der Mörder die heiligen Gefäße als Beute an sich reißen. In diesem Moment aber erlebten die entsetzt Dastehenden etwas Wunderbares. In die Statue der Jungfrau Maria über dem Altar kam plötzlich Leben. Sie schwebte von oben herab. Mit einem Blick voller Hoheit sah sie den Mörder an, so daß er erbleichte und schnell mit seinen Gefährten die Kirche verließ. Die Himmelsmutter aber ergriff die heiligen Gefäße und entschwebte dem Gotteshaus.

Die frommen Beter hatten dem wunderbaren Vorgang staunend zugesehen. Sie eilten, von keinem Schweden behindert, aus der Kirche. Ihr Dorf war ein einziges Flammenmeer. Sie ergriffen, was sie retten konnten und rannten in den schützenden Wald. Die schwedischen Mordbrenner verließen nach diesem Erlebnis schleunigst den Ort und ließen sich nicht wieder sehen.
Nach Beendigung des langen, bösen Krieges bauten die Bewohner ihr Dorf nicht wieder auf. Sie siedelten sich in den benachbarten Orten an.“

Quelle: Christian Mecke – „Versunkene Schätze des Eichsfeldes - Die schönsten alten Sagen“


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