Heimatgeschichten: Kaltohmfeld - Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Heimatgeschichten: Kaltohmfeld

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: Kaltohmfeld
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes finden wir im Jahre 1418. Warum das Dorf anschließend verlassen wurde, ist bisher nicht geklärt. 1513 wird „Kalten Ohmfeld“ als Wüstung genannt.

Anna von Wintzingerode war für die Neubesiedlung 1530 verantwortlich. Sie holte Bauern aus dem benachbarten Adelebsen für den Wiederaufbau der Wüstungen Hüchelheim und Kaltohmfeld.

Der Graf Volkmar Wolf von Hohnstein übertrug im Jahre 1573 die Oberlehnsherrschaft an die Mainzer Kurfürsten. Da die Familie von Wintzingerode protestantisch war, hielten die Bewohner den Glauben bei.

1588 wurde eine evangelische Kirche („Johannes der Täufer“) am Rande des Dorfes erbaut, die 1655 abgerissen und neu errichtet wurde. Der heutige Kirchenbau mit dem Inventar stammt aus dem Jahre 1666. Der Taufstein von 1594 wurde wahrscheinlich aus dem Vorgängerbau übernommen.

heiligenstadtnet

In Kaltohmfeld lebte der Sage nach ein Kobold:

„In Kaltohmfeld lebte vor längerer Zeit ein Grobschmied, dessen ganzes Sinnen und Trachten darauf gerichtet war, reich zu werden. Da er aber dieses Ziel aus eigener Kraft nicht erreichen konnte, verschrieb er sich dem Bösen, der auch in Gestalt eines Koboldes in seinem Haus einkehrte. Der Kobold hauste unter der Treppe in einem Erbsenbündel, aus dem man ihn zuweilen hervorgucken sah. Der Wohlstand des Schmiedes nahm nun sichtbar zu, in Küche und Keller, in Scheune und Stall. Aber je mehr sich Geld und Gut vermehrten, desto stiller wurde der Meister. Er hatte sich die Freuden des Reichtums schöner gedacht: Jetzt mußte er früh und spät nachsehen, ob nichts verderbe, hatte immer Angst, dass ihm jemand etwas entwendete.

Auf die Dauer wurde ihm dieser Zustand unerträglich, und er sehnte sich danach, diese Last loszuwerden, die sein Gewissen beschwerte und seine Seele in die Hände des Bösen gegeben hatte. Immer nur sah er das böse Gesicht des Kobolds, das ihm schadenfroh auf Schritt und Tritt folgte. Er suchte den Pfarrer auf und bat ihn dringend, ihn von dem Unhold zu befreien. Am folgenden Sonntag erschien der Geistliche auch, begleitet von der ganzen Gemeinde, von denen jeder ein Gesangbuch in Händen hatte. Nachdem der Pfarrer einige kräftige Bannformeln im Hause gesprochen hatte, zog er mit seinen Begleitern zu einer nahen Felskuppe, um dort den Unhold hineinzubannen. Die Leute sangen aus Leibeskräften und es sah so aus, als sollte die Bannung ohne jeden Zwischenfall vor sich gehen.

Da geschah es aber, daß einer aus der Schar der Beter sich umdrehte, obwohl dies bei Leib und Leben verboten war, und sogleich flog der Kobold in seinem Erbsenbündel herbei und drehte dem neugierigen Mann den Hals um. Damit fand der Umzug sein Ende. Noch heute aber soll der böse Geist in der Felsenklippe sein Unwesen treiben. Der Meister besserte sich von dieser Zeit an und begnügte sich mit dem, was er durch seine Arbeit verdiente.“

Quellen: Christian Mecke – „Versunkene Schätze des Eichsfeldes - Die schönsten alten Sagen“, http://www.kaltohmfeld.de


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü