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Heimatgeschichten: Silkerode und was es mit der Haselstaude auf sich hat

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: SilkerodeAllerburg
 
Die Gemeinde Silkerode an der Eller ist heute der nördlichste gelegene Ort im Eichsfeld. Dabei gehört das Dorf nicht zum ursprünglichen historischen Eichsfeld und ist daher protestantisch. 1504 wird Silkerode erstmals schriftlich erwähnt und ist damit noch ein sehr „junges“ Dorf.

Am 13. Dezember 1777 weilte der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe während seiner ersten Harzreise kurz in Silkerode. Die evangelische Kirche „St. Nicolai“ wurde im Jahre 1822 in Fachwerkbauweise errichtet. Der Neubau geht auf eine Verordnung des preußischen Staates zurück. Der Vorgängerbau der Kirche war die 1504 erwähnte gotische Kapelle im Fachwerkstil.
Hinter der Kirche unter dem Altarraum befindet sich das Erbbegräbnis derer von Minnigerode. Da die Kinder schon mit den Gebeinen der Verstobenen spielten, wurde die Gruft zugemauert. Hier ruhen Wilhelm, Jenny, Burchard, Gerburg, Ferdinand, Mathilde und Marie von Minnigerode.

Der Ort besaß drei Minnigerodische Rittergüter, den Oberhof, den Unterhof und den Hof des Junkers Ottenhof. Während des Dreißigjährigen Krieges 1641 schreibt Hans Daniel von Minnigerode: „ … sind sie in die Häuser eingefallen, haben den Junker Christian und seine Kinder bis aufs Hemd ausgezogen und alles mitgenommen.“

Seit 2011 gehört Silkerode zur Gemeinde Sonnenstein.


Bild: evangelische Kirche „St. Nicolai“ im Jahre 1993

"Früher stand, wie erzählt wird, auf der Allerburg eine eigenartige Haselstaude. Sie sah aus, als wäre sie verdorrt. Jedoch kam alle 7 Jahre, und zwar am 1. Weihnachtstag, Leben in sie, so daß sie anfing zu grünen und 13 Blätter trieb.
Wenn ein Sonntagskind in der Mittagsstunde auf die Höhe kam und die Blätter abpflückte, so erschienen alsbald ebensoviele gewappnete Ritter, die ein Kampfspiel aufführten, wobei die Schwerter klirrten und die Lanzen krachten, bis einer auf dem Platze blieb. Dann wurde der Gefallene auf eine Bahre gelegt. 4 Ritter nahmen die Bahre auf, und die Kämpfer schlossen sich an. Der Zug ging 3 mal um die stehende Mauerwand und verschwand in einer Öffnung des Berges. Kaum war das geschehen, schlug die Turmuhr in Bockelnhagen eins."



Quelle: Rudolf Linge: „Der Hahn auf dem Kirchturm“ – 1978, Walter Rassow: „Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Worbis“ - 1900

 
© Thomas Schuster 2017  


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