Heimatgeschichten: Sandwasser zu Duderstadt - Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Heimatgeschichten: Sandwasser zu Duderstadt

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: DuderstadtSandwasser
Wer am ehemaligen Graben und der Leddergasse ostwärts geht, bemerkt auf der rechten Seite schöne alte Gartenhäuser. Sie sind quadratisch und in Fachwerk ausgeführt.

Johann Wolf führt um 1800 in Duderstadt 3 Bäche auf: Hahle, Sandwasser und Brehme.
„Das ‚Sandwasser‘ kommt beim ehemaligen Sandthurme durch den Wall und Stadtgraben, in die Vorstadt beim Steinthor und ergießt sich in die Hale. Den Gärten im Stadtgraben und den Brannteweinsbrennereien kommt das Sandwasser gut zu statten.“

heiligenstadtnet

In Duderstadt erzählt man von einem Dieb, der Gärten und Felder plünderte, folgende Geschichte:

„In Duderstadt lebte einst ein Mann, der dafür bekannt war, dass er in Feld und Garten gern allerlei mitgehen ließ, was ihm nicht gehörte. Schon oft hatte er für seine Diebstähle am Pranger, der beim Rathaus stand, büßen müssen. Aber immer wieder wurde er beim Stehlen ertappt.

Einmal, es war Ende September, ging er spät abends in die Obstgärten am Weinberg, um sich dort einen Sack voll Äpfel zu holen. Der Vollmond stand hell am Himmel und beleuchtete die Bäume. Gerade als es eben anfing, von den Türmen der Stadt zwölfmal zu schlagen, hatte der Mann seinen Ranzen voll Äpfel gepflückt und ließ sich vorsichtig am Baum herunter. Als er mit beiden Händen den untersten Ast gefasst hatte, wollte er abspringen. Das aber gelang ihm nicht, mit beiden Händen hing er wie festgenagelt am Ast. Da wurde es auch schon im Baum lebendig. Der Dieb sah eine ganze Anzahl von Geistern, die in den Zweigen hin- und her hüpften, ihn neckten und mit kleinen Ruten nach ihm schlugen. Er stand wahre Todesangst aus. Eine ganze Stunde hing er am Baum fest und musste die Marter ertragen.

Endlich, als es ein Uhr schlug, lachten die Geister höhnisch auf und verschwanden. Die Hände des Diebes lösten sich, und er fiel ins Gras. Nur mühsam konnte er sich nach einer Weile erheben. Er wischte sich den kalten Schweiß von der Stirn, sah sich ängstlich um und wankte nach Hause. Der Mann aber hat seit der Zeit nie wieder am Pranger gestanden.“

Quelle: Christian Mecke: „Versunkene Schätze des Eichsfeldes - Die schönsten alten Sagen“


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