Heimatgeschichten: Die Glockenteiche bei Wehnde - Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

Direkt zum Seiteninhalt

Heimatgeschichten: Die Glockenteiche bei Wehnde

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: WehndeGlockenteiche
Der Ort Wehnde wurde erstmals 1238 erwähnt und besitzt eine schöne alte Kirche, die von 1664 bis 1694 erbaut wurde. Das Gutshaus der Familie von Wintzingerode-Knorr, dass sich an der Hauptstraße hinter der Sandsteinmauer befand, wurde von den Russen 1945 gesprengt.

In der Nähe der Ortschaft gibt es mehrere kleine Quellen. Die Reese entspringt in Wehnde bei den Glockenteichen, speist in Teistungen in die dortige Talsperre und mündet wenig später in die Hahle. Der Lindenbeek mündet in das Duderstädter Sandwasser.

heiligenstadtnet

Wenn man die Glockenbornstraße in Wehnde folgt, erreicht man die Glockenteiche. Noch heute erzählt man sich von der versunkenen Kirche:

„Am Fuß des Ohmgebirges liegt zwischen Wehnde und Tastungen der Glockenteich. An dieser Stelle soll ehemals eine schöne Kirche gestanden haben, in der die Bewohner der beiden Dörfer an Sonn- und Festtagen eifrig ihrer Christenpflicht nachgingen. Es kam aber eine Zeit, in der wurde das Gotteshaus immer weniger benutzt, und schließlich betrat kein Bewohner der beiden Dörfer mehr die Kirche. Da ging der alte Geistliche zu den Leuten in die Häuser und ermahnte sie in ernster Weise, ihren Sinn zu ändern. All sein Bitten war aber vergeblich, und so rief er schließlich aus: „Ihr seid gar nicht wert, eine so schöne Kirche zu besitzen!“ Da verhöhnten ihn die Leute und vertrieben ihn aus dem Pfarrhaus.

In der nächsten Nacht aber öffnete sich der Erdboden, und das Gotteshaus versank in der Tiefe. An seiner Stelle bildete sich ein Teich. Zu gewissen Zeiten soll man die Kirche auf dem Grunde des Teiches noch sehen können. Auch wird erzählt, dass schon manche Leute die Glocken der Kirche hören konnten, wenn sie das Ohr an die Wasseroberfläche legten.“

Quelle: Christian Mecke – „Versunkene Schätze des Eichsfeldes - Die schönsten alten Sagen“


Zurück zum Seiteninhalt