Heimatgeschichten: Das Popperöder Brunnenhaus in Mühlhausen - Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Heimatgeschichten: Das Popperöder Brunnenhaus in Mühlhausen

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Thüringen ·
Tags: MühlhausenPopperöderQuelle
Zu den schönsten Quellen Thüringens zählt das Popperöder Brunnenhaus in Mühlhausen, das 1614 im Renaissance-Stil erbaut wurde. Die Anlage besteht aus einer Brunnenfassung der Quelle, dem Brunnenhaus und einer Einfriedung.

Im Jahre 1199 entstand im damaligen Poppenrode ein Erdfall, der sich gleich mit Wasser füllte. Die Quelle war für Mühlhausen von großer Bedeutung, da sie viele Wassermühlen antrieb. 1605 fand nach schriftlicher Überlieferung das erste Brunnenfest statt. Bürgermeister und Rat ließen die Quelle einfassen und das Brunnenhaus errichten.
Während des 30jährigen Krieges aßen hier der Mühlhäuser Rat und der schwedische Prinz Karl X. Gustav mit seinen Offizieren zu Mittag. 1970 wurde das Gebäude saniert. Im Obergeschoss befindet sich seit 1975 ein Ausstellungsraum. Bei einem Besuch der Quelle ist es Brauch, sich mit einem Münzopfer einen Wunsch zu erfüllen. Daher sind auf dem Boden viele Münzen zu sehen, die teilweise noch aus der DDR-Zeit stammen.

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„Wundersam schön ist der Brunnen zu Popperode, abendwärts der Stadt, ein mächtiger Quell und spiegelklar bis zum Grunde. Seine Nymphe spendet unerschöpflich ihren quellenden Segen; sein Wasser speist zwei Teiche und treibt zwölf Mühlen. Zum Dank dafür wird ihm alljährlich unter Reden und frommen Lobgesängen ein Doppelfest der Jugend gefeiert. Dicht am Becken, das unter uralten Lindenbäumen ruht, steht ein getürmtes Lustschlößchen von eigentümlichem Bau, in dessen kühler Halle stand und steht manch guter Spruch. Der schönste und beste dieser Sprüche ward hinweggetüncht und möchte wohl erneut werden:

Ut lymphae Nymphas nimbus coronat,
Ad fontem frontem fronde corones.“

Dieses Jahr findet das Brunnenfest mit der Nikolaischule am 10. Juni 2017 statt.

Quelle: Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853


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