Heimatgeschichten: Die Pyramide im Park 1815 - Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Heimatgeschichten: Die Pyramide im Park 1815

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Heiligenstadt ·
Tags: VölkerschlachtsdenkmalPark
Kurz nach Beendigung der Freiheitskriege von 1813 kam in Heiligenstadt, dass unter Napoleons Herrschaft die Hauptstadt des Harzdepartements war, die Idee auf, zum Gedenken an die zahlreichen Opfer während der Fremdherrschaft einen Friedenstempel zu errichten. Gerhard Jaritz fand 1958 im Stadtarchiv einen Aufruf vom 3.8.1814.

„Dieses Denkmal sey ein Tempel, ein Tempel des Friedens; welches andere würde dem Gegenstande und dem Sinne der Stiftenden mehr entsprechen? Ersteht einfach und dauerhaft, ein Eigenthum und Zierde der ganzen Provinz, errichtet bey den neuen Anlagen ihres Hauptortes. Die Kosten werden gegen 600 Reichsthaler betragen. Jeder biedere Einwohner des Departements wird gebeten, einen Beitrag dazu zu entrichten ...“.

Der Grundstein wurde am 3. August 1814 gelegt. Nach langen Bemühungen fand Maria Kramann im Magdeburger Archiv Unterlagen über die Errichtung der „Pyramide“, wie sie im Volksmund wegen ihres Aussehens genannt wurde, die anstelle des vorgesehenen Friedenstempels ihren Platz fand. Freiherr von Kaisenberg hatte der Stadt dreißig Quadratruten seines Ackerlandes für die Stelle geschenkt, auf dem bis heute das verwirrte Denkmal steht. Maria Kramann berichtete, dass das Gelände vom Baumeister Engelbrecht vermessen wurde. „Mit einer notariellen Urkunde vom 14.7.1814,“ schreibt sie weiter, „war das Angebot der Stadt unterbreitet worden, und am 19. August hatte der Kreisamtmann Monecke in einer Ratssitzung im Namen der Stadt das Geschenk angenommen. Das Protokoll ist von acht Ratsherren unterzeichnet. Das Antwortschreiben, mit dem der Gouverneur von Klevitz die Genehmigung zur Annahme der Schenkung und zur Errichtung des Denkmals ausspricht, beschließt die Akten.“ Trotz der Genehmigung wurde der Friedenstempel nicht erbaut, weil die Kollekten unter der notleidenden Bevölkerung nicht die notwendigen Mittel erbrachten. Stattdessen wurde die Pyramide, 1815 eingeweiht, erbaut. Maria Kramann sprach die Vermutung aus, dass die Pyramide in Deutschland das erste Denkmal für die Opfer der Freiheitskriege war.



Bemerkungen: Nachdem der Bau eines Ehrentempels an der Finanzierung gescheitert war, wurde diese Pyramide 1815 nahezu aus eigenen Kosten vom Heiligenstädter Baumeister Engelbrecht gebaut. Engelbrecht war auch an den Straßenbaumaßnahmen der Straße Kassel - Nordhausen beteiligt.

Quelle: Allgemeiner Anzeiger vom 03.04.2002, tz


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