Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Mageres Gehalt für Schulzen

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: AsbachSickenbergWeidenbachHenningerode
Im Thüringer Tageblatt vom 13. August 1985 erschien ein Artikel über die Situation der Dörfer Asbach, Sickenberg, Weidenbach und Henningerode im 18. Jahrhundert.

"Zum Amt und Gericht Altenstein gehören die Dörfer Asbach, Weidenbach, Sickenberg und Henningerode. In den drei erstgenannten stand an der Spitze ein Schulze. Henningerode war von jeher in einem Gemeindeverbande mit Weidenbach. Die Schulzen bezogen in früherer Zeit ein sehr bescheidens Gehalt. Im Jahre 1721 und 1722 bittet der Schulze Märten Wagner zu Sickenberg um Gehaltserhöhung. Er begründet dies damit, dass keine Schelle vorhanden sei. Infolgedessen sei er gezwungen, von Haus zu Haus zu gehen und die Vorladungen ergehen zu lassen. Es erfolgt darauf eine Gleichstellung im Gehalt mit den übrigen Schulzen des Gerichts. Im Jahre 1791 erhielt ein jeder Schulze aus den Gerichtseinkünften ein Malter Korn und einen Malter Hafer, der Schulze Stöber zu Asbach und der Schulze Bätz zu Sickenberg je noch zwei Taler 14 Albus 4 Heller für Geldbesoldung, Beurkundung der Amtsrechnung, einen Klafter Scheide und Dienstfreiheit. Der Schulze Mänz zu Weidenbach erhielt einen Taler 30 Albus 4 Heller, weil die Dienstfreiheit nur 16 Albus angerechnet wurde. Später bezogen die drei Bürgermeister nur noch die Klafter Holz aus dem Altensteiner Walde. Ihren Gehalt erhielten sie aus den betreffenden drei Gemeindekassen.

Im gleichen Zeitraum wohnten in Asbach 25, Sickenberg 11, Weidenbach 25 und Henningerode sieben Mann. Infolge der Unruhen des Krieges waren 1643 in Wirklichkeit nur 28 Mann vorhanden.

Nach und nach haben sich Dörfer wieder bevölkert, so dass es nach einer alten Pfarreikompetenz von 1670 in Asbach 30, in Sickenberg elf, in Weidenbach 25 und in Henningerode sieben Herdstätten gab. Von diesen waren in Asbach zwei, in Weidenbach und Henningerode je eine unbewohnt. Diese Zahlen decken sich mit der Anzahl der vorhandenen Gerechtigkeiten. Die Leute waren eingeteilt in Amtsuntertanen (Hauseingesessene) und Einwohner (Beisitzer). Manchmal wurde auch unterschieden zwischen Ackerleuten (Hausbesitzer mit Land und Zugvieh), Köthern (Hausbesitzern ohne Land und Zugvieh) und Freileuten (ohne jeglichen Besitz). Die Einwohnerzahl betrug nach der im Jahre 1900 erfolgten Volkszählung in Weidenbach 220, in Sickenberg 50 und in Weidenbach mit Henningerode 103 Einwohner. Im Jahre 1736 gab es in Asbach fünf, in Weidenbach vier und in Sickenberg vier Leineweber. Fast alle Bewohner trieben um die Jahrhundertwende Landwirtschaft, wobei das Holzfahren aus dem nahen Stadtwalde für manchen einen lohnenden Nebenverdienst bildete. Einige fanden im Winter Beschäftigung als Holzhauer im Staats- und Stadtwalde, während andere einen großen Teil des Jahres auswärts ihrem Verdienst nachgingen.



An Handwerkern gab es in den vier Dörfern: drei Stockmacher, zwei Seiler, einen Wagner, einen Schuhmacher, einen Schneider, einen Verfertiger von Sensenbäumen und anderen landwirtschaftlichen Geräten. Von alters her gab es im Gericht Altenstein drei Mühlen, und zwar die Ober- und Untermühle in Asbach, sowie die Mühle in Henningerode. Die Untermühle zu Asbach war dienstfrei, während die anderen beiden Mühlen seit alten Zeiten einen Zins, den sogenannten Mühlenzins, an die Herrschaft von Bischoffshausen zahlen mussten."

Thüringer Tageblatt 13.08.1985


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