Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Aus dem Archiv: Vor 35 (74) Jahren (1) Siemeröder Kirche völlig zerstört

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: Kriegsende1945
Wenige Wochen vor Kriegsende wurde das Eichsfeld schwer heimgesucht

„Mehr als ein Drittel unserer Einwohner hat den Krieg nicht erlebt oder war damals noch nicht ansässig im Eichsfeld bzw. noch zu jung, um Erinnerungen zu haben. Ihnen und allen anderen, sollen nachstehend einige Zahlen und Ereignisse nahebringen, was Krieg und Faschismus damals in den heutigen Kreisen Heiligenstadt und Worbis angerichtet haben.

In der Zeit, als die Front über Mitteldeutschland hinwegrollte, wurde auch das Eichsfeld vom 1. bis 10. April schwer heimgesucht. Fast jeder Ort zählte mehrere Tote. Durch Bombenabwurf, Artilleriebeschuss oder Brückensprengungen von zurückflutenden Hitlertruppen wurden 54 (46 Prozent) Gemeinden der Kreise Worbis und Heiligenstadt von baulichen Kriegsschäden betroffen. In Kefferhausen entstand ein 60- bis 70prozentiger Flächenschaden mit Gebäudeschäden im Wert von rund 400.000 RM. Außerdem wurden noch schwer geschädigt die Gemeinden Kreuzebra (ca. 160.000 RM), Siemerode, Berlingerode, Breitenholz, Rustenfelde, Marth, Arenshausen, Silkerode, Kallmerode, Gernrode, Worbis, Brehme und Ferna. Es wurden 770 Wohngebäude, 431 landwirtschaftliche Gebäude, 34 öffentliche Gebäude, 43 gewerbliche und Geschäftshäuser und vier Kirchen beschädigt, 1 Kirche (Siemerode) vollkommen zerstört, 14 Brücken gesprengt. Der Gesamtschaden betrug über 2 ½ Millionen RM.

Wenn das Eichsfeld auch längst nicht in dem Maße wie andere Gegenden von den Schrecknissen und Verwüstungen des Krieges heimgesucht wurde, so stand es 1945 trotzdem vor einend Chaos sondergleichen.“

heiligenstadt.net

(Fortsetzung folgt)

Quelle: Thüringer Tageblatt vom 22.04.1980  Bild. Siemeröder Kirche nach dem Angriff 1945



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