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Heimatgeschichten: Die Burg Ludwigstein

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Hessen ·
Tags: BurgLudwigstein
Dem kleinen hessischen Ort Werleshausen gegenüber befindet die die spätmittelalterliche Burg Ludwigstein. Erbauer der Burg ist der hessische Landgraf Ludwig I., der sie 1415 zum Schutz der Grenze und als Gegenburg des kurmainzischen Hanstein errichten ließ. Eine frühere Besiedlung ist nicht nachweisbar. Bis 1664 saß auf der Burg der Amtmann, der hier die Gerichtsbarkeit und Verwaltung des hessischen Werragebietes ausübte. Amtmänner waren Mitglieder der Familien Dörnberg, Berlepsch, Herda, Boyneburg, Buttlar, Diede, Hanstein, Meysenbug und Steinberg.

Nach Verlagerung des Sitzes nach Witzenhausen zogen bis 1830 landwirtschaftliche Pächter ein. 1862 wurde die Außenburg abgerissen. Damit begann der Verfall der Innenburg. Das verfallene Gemäuer zog in der Zeit der Romantik viele Besucher an. 1913 beschloss man, den Ludwigstein für die Jugendbewegung zu erwerben.  Am 4. April 1920 gründete sich die Vereinigung „Jugendburg Ludwigstein“ und erwarb die Ruine. Heute ist die Burg eine Jugendherberge mit 174 Betten und beliebter Treffpunkt von Schulklassen und Jugendgruppen.

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Vom Bau der Burg erzählt man sich folgende Sage:

„Zu einer Zeit, da Landgraf Ludwig mit denen von Hanstein und andern Raubrittern der Umgegend in Fehde lag, erstand plötzlich über Nacht eine Burg auf einem Berge an der Werra, dem Hanstein gerade gegenüber. Die Hansteiner waren nicht wenig erstaunt, am Morgen sich in so gefährlicher Nachbarschaft zu sehen, denn der Landgraf ließ das Schloß von seinen Leuten besetzen und die Schnapphähne scharf beobachten. Niemand aber wußte sich zu erklären, wie die Burg, die sie den Ludwigstein nannten, so geschwind hatte aufgebaut werden können. Da verbreitete sich das Gerücht, der Landgraf hätte einen Pakt mit dem Teufel gemacht und dieser die Burg in einer Nacht gebaut; und zum Wahrzeichen wies man ein seltsames scheußliches Fratzenbild, dass an der Mauer des Ludwigsteins, in Stein gehauen, zu sehen war und für des geschwinden Baumeisters Ebenbild galt.

Andere meinten dagegen, der Landgraf hätte den Räubereien der Hansteiner ein Ziel setzen wollen und deshalb den Ludwigstein erbauen lassen. Um die Ritter nun nicht aufmerksam zu machen, hätte er das Schloß im Walde zimmern und in einer Nacht eilig aufschlagen lassen.“

Auf dem Hanstein befindet sich ein Gegenstück des Neidkopfes mit ausgestreckter Zunge.

Quelle: Karl Lyncker: Deutsche Sagen und Sitten in hessischen Gauen. Kassel 1854, https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Ludwigstein


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