Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Das Berg- oder Kasseler Tor

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Heiligenstadt ·
Tags: KasselerTor
Das Bergtor befand sich an der Straße „Kasseler Tor“ oberhalb der Steinstraße. Durch das Bergtor führte die Eschweger- und seit 1294 auch die Allendorfer Straße. Das Tor war mit zwei Torhäusern überbaut und wurde 1812 abgerissen.



Johann Wolf schreibt 1800:
„Das zweite gegen Südwesten hat von dem nahgelegenen Hügel, worauf die Stiftskirche steht, und welchen man schlechthin den Berg nennt, seine Benennung bekommen. An selbigen ist der h. Martin, Patron des Erzstifts, zu Pferde sitzend, ausgehauen, zum Zeichen der Mainzer Hoheit.“

Ende des Jahres 1816 wurde der aus Hohengandern gebürtige Invalide Christoph Bode als Torwärter und Chausseegeldeinnehmer am Kasseler Tor eingestellt. Er hatte die Aufgabe, ein Torschließergeld von drei Pfennigen pro Person und sechs Pfennigen pro Gespann zu erheben. Einheimische mussten kein Geld bezahlen. Die Torwächter wurden angewiesen, den Torschluss eine Viertelstunde früher durch das Läuten der sogenannten Abendglocken zu verkünden.

1817 wurden alle Stadttore erneuert, da die Befestigungen des Mittelalters nicht mehr zeitgemäß waren. Diese Verschönerung ist dem zweiten Präfekten des Harzdepartements von Bülow zu verdanken, der in der französischen Besatzungszeit viele „Verschönerungen“ in der Stadt durchführte. Seine Ideen waren nicht nur originell, sondern auch oftmals nützlich.

Nach 1815 beauftrage man den Bauinspektor Engelbrecht, neue Stadttore zu errichten. Nach einer Zeichnung sollte zum Beispiel das Kasseler Tor zur Erinnerung an den Sieg über Napoleon die Inschrift „Nach Frankreich“ erhalten.

Am 1. September 1883 meldete die Heiligenstädter Zeitung, dass das Kasseler Tor nun vollständig abgebrochen sei. Heute erinnert nur noch der Verlauf der Stadtmauer an die Stelle des ehemaligen Bergtores.



Bilder:  Kasseler Tor nach der Zeichnung des Pastors Flucke 1646, ehemaliger Standort


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