Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Der Flecken Gieboldehausen

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: Gieboldehausen
Die größere Gemeinde Gieboldehausen liegt am nördlichen Ende des Eichsfeldes und wurde erstmals 1003 in einer Urkunde von König Heinrich II. als „Gebehildehuson“ erwähnt. Gebehild ist ein weiblicher Personenname.

Vermutlich gab es im Ort schon im 10. Jahrhundert eine Burg (Motte). Die umliegenden wüsten Orte bildeten zwischen 500 und 800 dieses Haufendorf, um sich besser vor den Übergriffen der benachbarten Fürsten zu schützen. 1342 kam Gieboldehausen in Mainzer Besitz und damit zum Eichsfeld. Seit 1450 besitzt der Flecken Markt- und Braurecht.

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Wie Gieboldehausen zu seinem Namen kam, erzählt folgende Überlieferung:

„Auf einem Hofe im heutigen Gieboldehausen war auf ungeklärte Weise Feuer ausgebrochen. Der Bauer, mit Namen Schnur, versuchte den Brand zu löschen, was ihm jedoch nicht gelang. Deshalb begann er fürchterlich zu fluchen. Kaum waren die gotteslästerlichen Verwünschungen über seine Lippen gekommen, da stand im Nu sein Hof völlig in Flammen. An allen Ecken des Anwesens brannte es, und sein ganzer Besitz wurde ein Raub der lodernden Flammen. Das Einzige, was er retten konnte, war eine Ziege. Mit dieser suchte er Rettung in der Flucht. Doch überall, wo er hinkam, fing es sofort an zu brennen. Auch durch die Mühle an der Rhume eilte er; diese brannte nieder mitsamt dem Mühlrad. Das Wasser der Rhume löschte zwar das Feuer aus, war jedoch das Mühlrad über Wasser, so brannte es wieder lichterloh.

In seiner entsetzlichen Angst rannte der Bauer durch die Rhume. Am jenseitigen Ufer angekommen, eilte er weiter, immer weiter, doch immer von den Flammen verfolgt. Bis auf den Tischenberg war er gekommen. Hinter einer mächtigen Schwarzdornhecke wollte er sich mit seiner Ziege verstecken. Aber auch die Hecke brannte nieder, und er fand hier seinen Tod. Hinter ihm verwüsteten die Flammen alles, und der ganze Ort war völlig niedergebrannt. Nur ein einziger Giebel war stehengeblieben.

Als später der Ort wieder aufgebaut wurde, nannte man ihn deshalb Giebelhausen, woraus dann Gieboldehausen gebildet wurde. Soweit die Sage, die diesen Brand auch den „Schnurbrand“ nennt und außerdem noch zwei große Feuersbrünste kennt: den „Kühlebrand“ und den „Sommerbrand“, die alle drei nach den Hofbesitzern, bei denen das Feuer ausgebrochen war, benannt sein sollen.“

Quelle: Christian Mecke – „Versunkene Schätze des Eichsfeldes - Die schönsten alten Sagen“ Bild: Wandmalerei in Nähe der Kirche


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