Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Der Sonnenstein über dem Portal der Klauskirche

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Heiligenstadt ·
Tags: KlauskirchePortalSonnenstein
Besucher der Heiligenstädter Klauskirche fällt über dem Eingangsportal eine runder, sonnenähnlicher und mit 36 Strahlen verzierten Kreis auf. In alten Schriften wird berichtet, dass sich am Standort der Klauskirche einst ein geheiligter Ort unserer heidnischen Vorfahren befand. Funde aus der Zeit der Kelten untermauern diese These.

Beate Kingreen schreibt dazu:

„Dieser Bären-Sonnen-Stein begrüßte sicher einstmals über dem Eingangstor der Umfriedung des Kultplatzes der Fruchtbarkeitsmutter auf dem Heimensteinhügel die heranziehenden Menschen – sollte diesen Mut machen in ihrer Not, ihrem Bitten, ihrem Hoffen auf Erhörung.
Vermutlich war sein Standort im östlichen Bereich der Anhöhe, wo heute der Chor der Klauskirche steht – der Weg vom Tal südlich heraufführt über den Scheitel des Berges zum Flußbett der Geislede hinunter nördlich des Hügels. An dieser Stelle empfing der Stein bereits reit dem Aufgang der Sonne die ersten Strahlen auf „seine Sonne“ und füllten den Leib mit Wärme.

Die Kultfeiern für die Fruchtbarkeitsgöttin ereigneten sich (nach Überlieferung) bevorzugt in den Vollmondnächten. Auch der Mond geht im Osten auf und beleuchtete mit seinem vollen Lichtschein diesen Bären-Sonnen-Stein.“

Bei weiterer Besichtigung der Nordseite könnt ihr auch eine Bärin (einen sogenannten „Abwehrstein“) entdecken. Der Bär gilt in der keltischen Mythologie als Zeichen der Göttin Artio (Jagd- und Bärengöttin).

Zu diesem Thema hatte ich über den Stein am Westportal der Marienkirche berichtet, der heute an der Südseite zu finden ist und ebenfalls die Göttin Artio oder Ostera darstellen sollte. Vermutlich handelt es sich um einen von Johann Wolf um 1800 beschriebenen Grabstein, der schon damals stark verwittert war.

Thomas Schuster Heiligenstadt

Quelle: Beate Kingreen: „Einst verehrte heute vergessene Steine“ – 2001 - Bild: © Thomas Schuster 2008



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