Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Die Hasenburg - Flucht- und Zwingburg im Eichsfeld (3)

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: HasenburgBuhlaWallrode
Die Hasenburg war zwar schon vor dem 11. Jahrhundert besiedelt, aber erst Heinrich IV. befestigte die Anlage und machte sie zur Reichsburg. Sie gehörte zu einem System von 8 Zwingburgen, die er gegen die aufständischen Sachsen und Thüringer errichten ließ. Die Gebäude dürften größtenteils nur aus Holz bestanden haben.

Der Mönch Lampert aus dem Hersfelder Kloster vermerkte, das die Gebäude auf dem „Asenberc“ um 1070 errichtet, 1074 zerstört und nach dem 25. Oktober 1075 wieder neu aufgebaut wurden. Die Angriffe erfolgten von der benachbarten Harburg. Wer schon mal auf der Hasenburg war und das Plateau erreicht hat, kann sich von der Uneinnehmbarkeit selber überzeugen. Überall steil abfallende Felsen. Die einzige Möglichkeit war, die Besatzung auszuhungern.

Darüber berichtet der Mönch Lampert (oder auch Lambrecht von Aschaffenburg; Abt von Kloster Hasungen und Annalenschreiber Heinrich IV.):

„Somit brachte man ein großes Aufgebot vor das Kastell, das Asenberg genannt wird. Weil aber wegen großer Geländeschwierigkeiten die Eroberung im Handstreich fallengelassen werden mußte, zermürbte man die Eingeschlossenen durch 'nicht Einlassen' von Proviant. Obwohl dieser zunächst genug vorhanden gewesen war, konnte man damit rechnen, daß die Lebensmittel wegen der großen Zahl der Bergverteidiger nicht ausreichte. Weihnachten 1073 schickten die Belagerten Kuriere mit dem dringenden Ersuchen zum König, sie zu befreien. Wenn nicht bald Ersatz käme, würden sie entweder umkommen oder sich der feindlichen Übermacht beugen müssen.
Meines Wissens sind die Thüringer drei Tage, nachdem sie Asenberg bezwungen hatten, vor den Spatenberg gezogen. Die Verteidiger des Asenbergs durften unbehelligt abziehen. Das Kastell aber wurde in Brand gesetzt...“

Und über den Neuaufbau:

„1075... er (Heinrich IV.) gewährte seinen Kriegern Vergünstigungen. Nur wenige Tage in Thüringen verweilend, ließ er das Asenbergkastell wieder aufbauen und legte eine Garnison hinein, damit nach seinem Weggang das Volk nicht wieder so leicht rebelliere...“

Quelle: Lampert von Hersfeld: Annalen „Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi 38: Lamperti monachi Hersfeldensis Opera.“



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