Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Die Hasenburg - Flucht- und Zwingburg im Eichsfeld (4)

Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von in Eichsfeld · 9 April 2019
Tags: HasenburgBuhlaWallrode
Oberhalb des Kammertors am rechten Rundwall befindet sich die sogenannten „Schmiede“. Hier wurden besonders viele Funde von metallischen Gegenständen und Schlacken gemacht. Die Befestigungsmauern waren bis zu 3 m stark. Nordöstlich befindet sich unter einer Felskante ein in den Berg getriebener Stollen, den Duval als „Ritterkeller“ bezeichnete. Der Eingang war ca. 2 Meter hoch und mit einer Schwelle versehen. An den Wänden sind Bearbeitungsspuren zu sehen. Duval erwähnt 1848, dass man im Stollen noch aufrecht gehen konnte. Über die metallischen Funde schreibt er:

„Zwischen den Scherben finden sich außer Spinnwörteln (Handspindel) oder abgeplatteten durchlöcherten Kugeln von Stein oder Ton, Bruchstücke von Streitäxten, Streitkolben usw. welche sämtlich aus einer Art Serpentinstein oder Grünstein bestehen.
Die metallenen Geräte, welche sich hier befinden, sind außerordentlich gut erhalten und namentlich sind die Bronzegeräte von besonderer Schönheit, leider werden dieselben von den Arbeitern, welche auf einer jedoch nur unbedeutenden Stelle der Bergfläche zuweilen Steine brechen, teils zerstört, teils nicht beachtet weshalb ich die Höhe, welche ich sehr häufig besteige, fast nie verlasse, ohne mich irgend eines wenn auch oft unbedeutenden Fundes zu erfreuen.

Ein nun schon seit einigen Jahren gestorbener Steinbrecher aus dem am Fuße der Hasenburg gelegenen Dorfe Wallrode forschte bei seiner Arbeit stets fleißig nach allen Geräten und verfehlte nie, mir dieselben zu bringen. Fast alles was er aufgefunden hat ist nach Halle in die Sammlung des thüringisch- sächsischen Vereins für Erforschung des vaterländischen Altertums gekommen und besteht mit dem was ich selbst gefunden oder erworben habe, in 6 bis 8 Zoll langen, zum Teil noch sehr scharfen und elastischen Scheren, die wie unserer Schafscheren gestaltet sind, Messerklingen mit zum Teil sehr dicken Rücken, Schlüsseln von verschiedener Form und Größe, Türklinken, Fibeln unseren vor Stecknadeln ähnlich, Mantelspangen, Lanzen- und Pfeilspitzen, Schwertknäufen, bronzene und eiserne Sporen von der verschiedenartigen Gestalt, einige mit Stacheln, andere mit ungeheuren Rädern versehen, Hufeisen, besonders sehr vielen kleinen für Damenpferde, Schnallen, Klammern, Nägeln, Ringen, Perlen von blauen und grünen Glas, Stücken von Pokalen, Kinderklappern, in denen sich zum Teil noch die Steinchen befinden, Münzen und vielen anderen Dingen wie sie in heidnischen Begräbnisstätten und auf alten Burgplätzen gefunden zu werden pflegen.“

Quelle: Carl Duval: „Das Eichsfeld“ – 1845 Bild: Gebäudereste aus dem 11. Jahrhundert mit Mauerwerk © Thomas Schuster 2019



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