Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

Direkt zum Seiteninhalt

Ferdinand Freiherr von Wintzingerode verstarb vor 200 Jahren

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: Bodenstein
Vor 200 Jahren, am 17. Juni 1818, verstarb Ferdinand Freiherr von Wintzingerode, der als General im Dienst des Zaren im Kampf gegen Napoleon bekannt wurde. Ihm hat die Burg Bodenstein zu verdanken, dass sie 1945 nicht wie Adelsborn gesprengt wurde. Ein sowjetischer Offizier konnte sich an seinen Namen aus den Geschichtsbüchern erinnern.

Dazu ein interessanter Artikel aus dem Jahre 1983: Ein Widersacher Napoleon Bonapartes

Ferdinand Freiherr von Wintzingerode kämpfte gegen die französischen Eroberer

"Wenn bei Führungen auf Schloß Bodenstein die Rede auf die einstigen Burgherren derer von Wintzingerode kommt, gibt es kaum Gutes von jenem Rittergeschlecht zu berichten — bis auf einen: Ferdinand Friedrich von Wintzingerode (1770 bis 1818), der als Patriot im russischen Heer gegen die napoleonische Fremdherrschaft kämpfte und als Befehlshaber eines tapferen Korps den Truppen des landgierigen Korsen manch empfindliche Niederlage beibrachte.

Als Napoleon Bonaparte sich mit den Resten seiner einst 500.000 Mann starken Armee, mit der er 1812 zur Unterwerfung Rußlands aufgebrochen war, geschlagen auf dem Rückzug aus dem brennenden Moskau befand, gelang es ihm, Ferdinand von Wintzingerode efangenzunehmen. Welche Bedeutung Napoleon diesem seinen Widersacher zuschrieb, hatte er so ausgedruckt: „Ich stoße überall auf ihre Person. Sie sind es, der den Zaren Alexander überredet hat, gegen mich Krieg zu führen.“

Im Jahre 1796 war der Freiherr als Major in russische Dienste getreten. Am Hofe des Zaren kam der patriotisch gesinnte Eichsfelder Adlige bald zu hohen Ehren, wurde Generaladjutant und Gesandter Alexander I. in Berlin. Ihm, der über keinen geringen Einfluß verfügte, gelang es auch, den Zaren für die Lage der deutschen Staaten zu interessieren. Bekannt ist aber auch, daß sich Ferdinand von Wintzingerode ob seiner humanistischen Gesinnung am russischen Hofe zahlreiche Feinde zuzog. So hatte er sich als Befehlshaber eines Militärbezirkes zum Beispiel der Order widersetzt, aufständische Bauern hängen zu lassen.

Die Freude Napoleons über die Gefangennahme des Freiherrn währte nicht lange. Der Plan, ihn nach Frankreich bringen zu lassen, scheiterte. Denn bei Minsk wurde Ferdinand von Wintzingerode von Kosaken befreit. Sogleich stellte sich Wintzingerode wieder an die Spitze des von ihm befehligten Truppenteils. Napoleons Heer verfolgend, kam er mit seinen Soldaten nach Dresden, wo das russisch-deutsche Volksblatt am 5. April 1813 schrieb: „Graf Wintzingerode gewann durch seine Humanität alle Herzen“.

Bei der Völkerschlacht in Leipzig zeichnete sich Wintzingerode durch besondere Tapferkeit aus und wurde vom Zaren zum General der Kavallerie ernannt. Den fliehenden Franzosen dicht auf den Fersen, marschierte Wintzingerode dann mit seinen Truppen durch das Eichsfeld, besetzte am 6. Februar 1814 Reims und nahm im Sturm Soissons. Im Februar 1814 schrieb Marschall Blücher: „So lange war der Kaiser Napoleon mir an Kavallerie sehr überlegen. Aber nun, da ich die vier Korps von York, Sacken und Wintzingerode vereinigte, so hat die Sache eine andere Gestalt.“

heiligenstadt.net

Quelle: Thüringer Tageblatt 1983, E. B. Bild: Gemälde in Burg Bodenstein


Zurück zum Seiteninhalt