Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Heiligenstädter Wirtschaft: Die Strumpfwarenfabrik am Bahnhofsplatz

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Heiligenstadt ·
Tags: EsdaStrumpffabrik
Das VEB Strumpfkombinat ESDA entstand im Jahre 1948 durch die Enteignung der Firma Rhode. Diese wurde im Jahre 1926 am Bahnhofsplatz gegründet und begann die Produktion von Strümpfen mit 19 Arbeitskräften. Zum Portfolio gehörten Kinder- und Landfrauenstrümpfe sowie Socken.

Die Produktion fand nur vom Frühjahr bis Herbst statt. Weitere Werke in Kirchworbis und Heuthen folgten. Nach dem 2. Weltkrieg demontierte man die Maschinen und Einrichtungen, weil hier von den insgesamt 500 Mitarbeitern Gasmaskenteile produziert wurden. Firma Rhode gehörte zu den Heereslieferanten des Deutschen Reiches. Nach dem Krieg wurden Handschuhe und Strümpfe aus Zellwolle gefertigt.
Nach der Gründung der „VEB Eichsfelder Strumpfwarenfabrik“ 1948 kaufte man mehr Motorstrickmaschinen und konnte so mit der Überkapazität exportieren. Im Jahre 1964 schlossen sich die Eichsfelder Werke der „Thüringer Strumpfwarenfabrik Diedorf“ an. Heiligenstadt spezialisierte sich auf Herren- und Kindersportstrümpfe und später auf Strumpfhosen.

Das Werk lief in 3 Schichten. Dabei bediente ein Stricker 10 Automaten, die pro Schicht 400 Strumpfhosen herstellten. Am 1. Januar 1970 fusionierten die Werke mit dem „VEB Strumpfkombinat Esda Thalheim“. Die Strumpfhosen bestanden aus Silastik, Wolle und Acryl und wurden nicht nur in das damalige sozialistische Ausland exportiert.

1990 wurde das Werk umbenannt in „Thüringer Strümpfe GmbH“, konnte sich aber wie die meisten ostdeutschen Werke nicht etablieren. 2002 riss man die alten Gebäude für den Bau des heutige Busbahnhof ab.

Quelle: "1000 Jahre Heilbad Heiligenstadt 973 - 1973"  Bilder: © Thomas Schuster 2002


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