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Heimatgeschichten: Bonifatius und die Marienkirche in Niederorschel

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: Niederorschel
Die Pfarrkirche „St. Marien“ wurde 1685 im barocken Stil vom italienischen Baumeister Dominico Bennoth erbaut. Mitte des 19. Jahrhunderts war sie für den Ort zu klein und der Turm baufällig.

Das Kirchenschiff wurde daraufhin verlängert und der Turm abgetragen und neu gebaut. Dieser alte Turm besaß neben der Hauptspitze vier Nebenspitzen. Datiert wurde er ins 12. Jahrhundert. Unter den Glocken befand sich eine aus gotischer Zeit, die später umgegossen wurde. Die Haubenform des heutigen Turmes entspricht der Kirche in Breitenworbis. Über dem Haupteingang an der Südseite befindet sich Maria mit dem Kind auf dem Arm.
Der Turmbau wurde am Bonifatiustag, dem 5. Juni des Jahres 1837 abgeschlossen.

Thomas Schuster Heiligenstadt

Die Sage berichtet, dass Bonifatius in Niederorschel gepredigt haben soll:

„Nach der in der Gemeinde Niederorschel noch heute lebendigen Volksüberlieferung ist der hl. Bonifatius auf seinen Missionsreisen auch in die Gegend gekommen, wo heute der schöne und stattliche Ort Niederorschel liegt. Er soll an der Stelle, wo jetzt die Pfarrkirche steht, gepredigt haben. Infolgedessen bekehrten die Bewohner des Ortes sich zum christlichen Glauben. Das soll auch die Ursache sein, weshalb früher am Feste des hl. Bonifatius (5. Juni) hierher gewallfahrtet wurde. Niederorschel war einer der besuchtesten Wallfahrtsorte des Eichsfeldes, und der Tag des hl. Bonifatius wurde hier, obwohl der Heilige nicht Kirchenpatron ist, seit undenklichen Zeiten hochfeierlich begangen.

Es kamen zahlreiche Prozessionen, im Jahre 1800 noch mehr als dreißig. Als später alle Prozessionen, die über Nacht hinaus dauerten, verboten wurden, kamen solche nur noch aus den Nachbargemeinden Deuna, Gernrode, Bernterode, Hausen und Breitenholz, außerdem aber noch viele Pilger einzeln oder in kleinen Gruppen, so daß bei der letzten Feier im Jahre 1831 die Zahl der Wallfahrer auf 5000 geschätzt wurde.“

Quelle: Rudolf Linge: „Der Hahn auf dem Kirchturm“ – St. Benno Verlag Leipzig 1978, Walter Rassow: Walter Rassow: „Beschreibende Darstellung der älteren Bau und Kunstdenkmäler des Kreises Worbis“ – Verlag Cordier 1994


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