Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Heimatgeschichten: Das steinerne Haus in Haynrode

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: Haynrode
Auf dem Mittelhof in Haynrode entstand nach dem Bauernkrieg ab 1525 ein Herrensitz. Als Erbauer gelten die Junker Rudolf und Heinrich von Bültzingslöwen. Baumeister Hans Kilian aus Sollstedt baute ein mächtiges Langhaus, das heute als das „Steinerne Haus“ bekannt ist und aus Wohn-, Verwaltungs- und Patrimonialgebäude besteht. Als Baumaterial wurden die Steine der Harburg, Stammsitz derer von Bültzingslöwen, verwendet. Der ursprünglich dreistöckige Kalksteinbau wurde wieder instand gesetzt und eingedeckt. Das zweite Obergeschoss und die beidseitigen, mittelalterlichen Stufengiebel sind nicht mehr erhalten. An der Westseite des Gebäudes führte ein steinerner Anbau in die oberen Geschosse. Bemerkenswert sind die spätgotischen Portale und Fenster. Am Kellereingang steht die Jahreszahl 1711 und an der Nordwestecke ist die Jahreszahl 1535 angebracht. Die drei Portale lassen sich weder der Architektur des Herrenhauses noch der der Kirche zuordnen und stammten vermutlich von der Harburg (Palas oder Stiftskapelle).

Zwischen 1400 und 1430 erwarben die Herren von Bültzingslöwen drei, im Lehnsbesitz der Adelsfamilien von Asla und der von Osterode befindliche Güter in Haynrode und hielten die obengenannten Besitzungen in den umliegenden Siedlungen. Die Höfe in Haynrode bauten sie als komfortable Rittersitze aus. Hermann übernahm dort etwa 1409 die Führung des im westlichen Ortsteil gelegenen Oberhofes, Siegfried um 1411 des Mittelhofes und des in seiner Lage nicht bekannten Hinterhofes.

Nach dem Brand 1847, dem Aussterben der Mittelhof-Linie und der fast völligen Zerstörung des Gebäudes im Jahre 1891 diente es als Zehntspeicher. Die Wirtschaftsgebäude sind 1890 abgebrannt. Nach 1900 gehörte der Mittelhof der Baronin von Klüchtzner, eine geborene von Bültzingslöwen, die das Haus verpachtete. Während des Zweiten Weltkrieges mussten seit 1940 mehr als 40 Frauen und Männer aus Polen und der Ukraine auf dem Gut Obermühle, dem Rittergut derer von Klüchtzner und bei verschiedenen Bauern Zwangsarbeit leisten. Polnische Zwangsarbeiter wurden ausgepeitscht, weil sie den Sonntagsgottesdienst im Dorf besuchen wollten. Das Gebäude wurde in DDR-Zeiten als Lebensmittelspeicher genutzt.

Thomas Schuster Heiligenstadt

1682 wütete im Eichsfeld die Pest. Wie sie ins Dorf Haynrode gekommen ist, erzählt folgende Sage:

„Eines Abends wollte ein Junge noch einmal nachsehen, ob das Tor verschlossen sei. Dabei erblickte er einen großen schwarzen Hund, der durch den Garten lief. Er flüchtete sofort ins Haus und fiel beim Betreten der Stube sofort tot zu Boden nieder. Er hatte den Pesthund gesehen und alle Bewohner des Dorfes, deren Grundstück der Hund betreten hatte, starben an der Pest.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCltzingsl%C3%B6wen_zu_Haynrode; http://de.wikipedia.org/wiki/Haynrode Zeichnung von A. Henschel; Walter Rassow – Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Worbis, „ Der Hahn auf dem Kirchturm“ – Rudolf Linge 1978


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