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Heimatgeschichten: Der „Saubrunnen“ in Dingelstädt

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: DingelstädtSaubrunnenRiethpark
In der Nähe des Kerbschen Berges im Riethpark in Dingelstädt befindet sich eine Quelle mit dem Namen „Saubrunnen“. Der Boden ist hier sehr sumpfig und wasserreich, daher auch der Name Rieth (= Sumpf, Moor).

Hier befand sich eine Walkmühle, in der man früher Gewebe und Leder bearbeitet hat. Beim Bau der naheliegenden Eisenbahnstrecke 1877-79 wurde die Quelle teilweise zugeschüttet. Die Mühlenbesitzer Herold und Hindermann bekamen eine Abfindung und gaben das Mühlenhandwerk auf. Am 5. April 1911 kaufte der Verschönerungsverein Dingelstädt die Walkmühle und Wiesengrundstücke vom Müller Carl Kunckell. Das Gebäude wurde in den 1920er Jahren erbaut sowie der Teich eingefasst. Seit 1925 gab es im Rieth Kahnfahrten sowie Schießen, Tennis, Krocket und Kegeln.

Der Förderverein Riethpark Dingelstädt e.V. ersetzte 2012 das Mühlenrad, das Mitte der 50er Jahre entfernt wurde.

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Über die Quelle wird folgende Sage berichtet:

„Einst hütete der Schweinehirt des Ortes sein Borstenvieh im Rieth. Eine alte Sau trennte sich von der Herde und wühlte in dem sumpfigen Boden. Sooft sie auch vom Hund zur Herde zurückgetrieben wurde, immer wieder kehrte sie zur besagten Stelle zurück. Nun ging der Hirt selbst, um Nachschau zu halten. Aus dem aufgewühlten Boden sprudelte eine klare Quelle hervor, deren Wasser einen ganz vorzüglichen Geschmack hatte. Die Quelle wurde „Saubrunnen“ genannt. Vor etwa hundertfünfzig Jahren wurde sie, da ihr Wasser bei den Dingelstädtern sehr beliebt geworden war, in Stein eingefasst. Der Name „Saubrunnen“ aber hat sich im Laufe der Zeit in „Sauerbrunnen“ umgewandelt.“

Quelle: Rudolf Linge: „Der Hahn auf dem Kirchturm“ – 1978


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