Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Heimatgeschichten: Die Werdigeshäuser Kirche (1)

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: WerdigeshäuserKircheKefferhausen
Zwischen Kefferhausen und den Orten Heuthen und Wachstedt liegt die Werdigeshäuser Kirche. Benannt wurde sie nach dem 1221 urkundlich erwähnten Ort Werdigeshausen. Nachweise aus dem 14. Jahrhundert belegen eine adlige Familie von Werdigeshausen, die als Burgmannen auf dem Gleichenstein oder Scharfenstein dienten. In alten Urkunden wird der Ort 1610 als „wüst“ bezeichnet.  
Die alte Pfarrkirche wurde während des 30jährigen Krieges zerstört und nach mündlicher Überlieferung wiederaufgebaut. Die heutige Kirche St. Cyriakus stammt aus dem Jahre 1750 und wurde unter der Regie von Pfarrer Cyriakus Frankenberg errichtet. Teile der alten Kirche bestanden noch vor dem Neubau. Die Pläne stammen vermutlich von Christoph Heinemann, dem Erbauer des Heiligenstädter Schlosses und des Bischofsteins. 1998 wurde die Wallfahrtskapelle umfassend saniert.

Thomas Schuster Heiligenstadt

Eine der bekanntesten Sagen über Werdigeshausen erzählt:

„Es wird nun in der Sage berichtet, dass in der Pfarrkirche zu Werdigeshausen ein dem hl. Cyriakus geweihtes Gnadenbild aufgestellt war. Dieses Bild wurde von den Bewohnern des Eichsfeldes viel besucht und verehrt. In einem Kriege wurde das Dorf Werdigeshausen zerstört, und auch die Pfarrkirche wurde dem Erdboden gleich gemacht. Die noch lebenden Einwohner des Dorfes bauten ihre Häuser nicht wieder auf, sondern siedelten sich in Heuthen und Kefferhausen an. Als dann der Schutt des zerstörten Dorfes weggeräumt wurde, fand man an der Stelle, an der die Pfarrkirche gestanden hatte, das Bild des hl. Cyriakus unversehrt wieder auf. Nun entspann sich ein Streit zwischen Heuthen und Kefferhausen. Jedes der Dörfer beanspruchte das Gnadenbild. So sollte nun das Los entscheiden. Dieses sprach den Heuthenern das Gnadenbild zu, die es dann in einer feierlichen Prozession nach Heuthen holten und in ihrer Kirche aufstellten.

Als am anderen Morgen der Pfarrer seine Kirche betrat, war das Bild nicht mehr an seinem Platz. Man fand es dann auf einem Stein zwischen den Mauerresten der zerstörten Kirche wieder. Dieses wiederholte sich mehrere Male. Die Heuthener betrachteten dieses Geschehnis als ein Zeichen vom Himmel, und man baute nun an der Stelle, an der die Werdigeshäuser Pfarrkirche gestanden hatte, eine Kapelle, in der das Gnadenbild aufgestellt wurde. In den Stürmen des Dreißigjährigen Krieges wurde auch diese Kapelle wieder zerstört und das Standbild von den durchziehenden Horden verschleppt. Es wurde dann im Jahre 1750 wieder eine Kapelle von dem Pfarrer Cyriakus Frankenberg aus Dingelstädt errichtet, die heute noch von den Gläubigen besucht wird. "

Quelle: Werdigeshäuser Kirche, Festschrift zum 250jährigen Jubiläum, Cordier Heiligenstadt, Eichsfelder Tageblatt 1936 Nr. 86


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