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Namensforschung: „Der graue Wolf” in Kella

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: KellaGobert
Das Grenzdorf Kella wird urkundlich im Jahre 1141 zum erstenmal erwähnt. Da heißt es „in Cella". Der Name hat mit dem „Kloster Cella“ im Kreis Mühlhausen nichts zu tun. Zum Jahre 1407 lesen wir „Kelln", 1542 „Kelle", 1649 „Kalle" und erst 1714 „Källa“. Der Name gehört zu althochdeutsch „kela“. Das bedeutet „Kehle, Schlund, Schlucht“. Kella verdankt also seinen Namen der Lage in einer Mulde am Goberthang. In der von mir verfaßten Festschrift „825 Jahre Kella“ (1966) gebe ich die Erklärung der wichtigsten Flurnamen dieses schön gelegenen Dorfes.

Da ist zum Beispiel die „Gobert“ zu nennen, die 1326 als „Gaburg“ in den Urkunden auftaucht. Es handelt sich um eine „Gauburg“. „Goburg“ wurde in der Mundart zu „Gobert“. Von Interesse ist der Flurname „Grauer Wolf". Wahrscheinlich ist diese Flur nach einem grauen Wolf benannt, der hier gesehen wurde.

Flurstücke an der Ortsgrenze werden gern mit Tiernamen belegt (Fuchs, Hase, Wolf). Man ließ an den Dorfgemarkungen Wald stehen, in denen sich Tiere aufhielten. Mit einer Nahrung hat der Name des „Käsewegs“ in Kella nichts zu tun, der heute „Bergstraße“ heißt. Zum Jahre 1663/64 fand ich in den Urkunden „am Kesewege“. „Kies“ lautet in der Mundart „Kees“. Das wurde als „Käse“ aufgefaßt. Diese Auskunft gab mir Herr Heinrich Bierschenk im Jahre 1958. — Nicht leicht zu deuten ist der Name „Am Orbe“ (hügeliges Ackerland nördlich von Kella). Er kommt bereits im Jahre 1664 als „Am Urben" vor. Er gehört zu „hor“, das „Schmutz, Kot“ bedeutet. Das Gelände hat keinen fruchtbaren Boden, die Flur wird von drei Flutgräben, durchzogen, von denen aber nur der südwestlichste das Jahr über Wasser führt. Er hat seine Quelle im sogenannten „Heiligenbach“. Die Flur „Am Orbe“ liegt am Goberthang.

heiligenstadt.net

Quelle: Thüringer Tageblatt vom 19.09.1980, Dr. Erhard Müller Bild: Auf der Gobert 2016


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