Heimatgeschichte(n) - Heiligenstadt im Eichsfeld

© Thomas Schuster Heiligenstadt
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Heimatgeschichte(n)
Neben der Fotografie interessiere ich mich für mystische Orte und Sagen. Das Eichsfeld und seine Umgebung sind reich an Sagen und Geschichten, die von den Gebrüdern Grimm und anderen Autoren wie zum Beispiel Rudolf Linge, Johann Georg Theodor Grässe und Ludwig Bechstein aufgeschrieben wurden. Durch unser schönes Eichfeld führt die Märchenstraße, die mit den Orten Heiligenstadt (Möhrenkönig) und Mackenrode (Schneeweißchen und Rosenrot) vertreten sind. Auch in der Umgebung [Hoher Meißner (Frau Holle), Sababurg (Dornröschen), Polle (Aschenputtel) und anderer Orte] finden wir Stätten der Grimm‘schen Märchenwelt.

Bisher habe ich in 41 Bänden ca. 410 Sagen, Märchen und interessante Geschichten aufgeschrieben und mit Informationen versehen. Auf dieser Seite möchte ich einige dieser Heimatgeschichte(n) vorstellen.
Die goldene Glocke der Worbiser Klosterkirche
In Worbis befindet sich das Kloster mit der Antoniuskirche. Aber vor den Franziskanern siedelten sich im Jahre 1311 bei der schon bestehenden St. Petri-Kirche Zisterzienserinnen an. Stifter war Friedrich Graf von Beichlingen. Die Zisterzienserinnen kamen von den Klöstern Beuren und Anrode. Aus dieser Zeit ist nicht viel überliefert, denn während des Bauernkrieges 1525 wurde das Kloster zerstört und 1540 aufgelöst.
Erst im Jahre 1667 wurde das Kloster von den Franziskanern neu besiedelt. Von 1668 bis 1670 erfolgten zunächst Umbauarbeiten am Klostergebäude. 1824 wurde das Kloster aufgehoben. In den Gebäuden unterhielt Preußen von 1825 bis 1848 eine Zwangsarbeitsanstalt. Von 1863 bis 1994 waren in den Gebäuden das Amts- und Kreisgericht Worbis und das Notariat untergebracht.
© Thomas Schuster Heiligenstadt
Die Klosterkirche besaß wohl in früheren Zeiten eine goldene Glocke:

„In alter Zeit hing im Dachreiter der Klosterkirche zu Stadtworbis eine goldene Glocke. Sie hatte diesen Namen bekommen, weil beim Gießen sieben von einem Manne gestiftete Goldstücke unter die Glockenspeise gemischt worden waren. Wegen ihres eigenartig schönen, klangvollen Tones erfreute sie sich weit und breit einer gewissen Berühmtheit.

Da kamen die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges über das Eichsfeld und suchten auch Worbis heim. Einige Männer der rohen Soldateska hatten von der goldenen Glocke gehört, und sie beschlossen, diese vom Turm herunterzuholen. Sie stiegen hinauf und machten sich an die Arbeit. Aber da erschien eine große blaue Hand – von der Farbe, wie Zigarrenrauch aussieht – und streckte sich wie schützend über die Glocke aus. Die Soldaten wurden von Furcht ergriffen und verließen eiligst den Turm. – Wohin die Glocke später gekommen ist, weiß niemand in Worbis anzugeben.“

Quelle: Rudolf Linge: „Der Hahn auf dem Kirchturm“ – St. Benno Verlag Leipzig 1978, https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Worbis - Bild: © Thomas Schuster 2018
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