Interessantes und Neues
Historische Ansichten
Heiligenstadt Rinne - 1979 wurde mit dem Bau des Wohngebietes auf der Rinne begonnen.
Dreißigjähriger Krieg
Er gilt als einer der wichtigsten Meilensteine der modernen europäischen Diplomatie- und Rechtsgeschichte. Heute vor 378 Jahren wurde der Westfälische Frieden verkündet. Am 24. Oktober 1648 wurden nach zähen Verhandlungen in Münster die beiden entscheidenden Friedensverträge abgeschlossen und unterzeichnet.
Es gab den IPO (Instrumentum Pacis Osnabrugense), der Vertrag zwischen dem Kaiser und dem Reich und Schweden. Dieser wurde in Osnabrück verhandelt. Der andere IPM (Instrumentum Pacis Monasteriense) ist der Vertrag zwischen dem Kaiser/dem Reich und Frankreich, dieser wurde in Münster verhandelt.
Die Verkündung fand am 25. Oktober 1648 in Münster statt. Die offizielle Bekanntmachung vor der Bevölkerung erfolgte vom Treppengiebel des historischen Rathauses in Münster. Dort wurde die Friedensbotschaft feierlich verlesen. Kirchenglocken läuteten stundenlang in der Stadt und Kanonenschusse begleiteten den historischen Moment.
Da es keine modernen Kommunikationsmittel gab, wurden sogenannte Friedensreiter (Eilboten zu Pferd) in alle Himmelsrichtungen entsandt, um die Nach- und Ausfertigungsschriften in die europäischen Fürstentümer, Städte und Feldlager zu bringen.
Dieser Vertrag war die Beendigung des Zeitalters der reinen Konfessionskriege. Neben dem Katholizismus und Luthertum wurde auch das Reformierte Bekenntnis (Calvinismus) als gleichberechtigte Reichskonfession anerkannt. Als Stichtag für Besitzstände und Religionsausübung galt das „Normaljahr“ 1624. Schweden erhielt u. a. Vorpommern, Stettin und die Mündungen von Weser, Elbe und Oder. Frankreich gesicherte Rechte im Elsass. Die Schweizer Eidgenossenschaft und die Vereinigten Niederlande schieden offiziell aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches aus und wurden völkerrechtlich souverän. Die Reichsstände (Fürsten und Reichsstädte) erhielten weitgehende Landeshoheit und das Recht, eigene Bündnisse mit ausländischen Mächten zu schließen, solange sie sich nicht gegen Kaiser oder Reich richteten. Der Vertrag legte das Fundament für das moderne Völkerrecht und ein System gleichberechtigter, souveräner Staaten (Souveränitätsprinzip), das die europäischen Beziehungen über Generationen hinweg prägte. Erstmals wurde ein Konflikt nicht durch die vollständige militärische Vernichtung des Gegners, sondern durch einen multilateralen Friedenskongress am Verhandlungstisch beigelegt.
Über den Verhandlungen stand das lateinische Leitmotiv „PAX OPTIMA RERUM“ - „Der Friede ist das höchste Gut“.
Eichsfeld
Der Dreißigjährige Krieg hat das Eichsfeld schwer verwüstet und entvölkert. Als nördlicher Vorposten des katholischen Kurfürstentums Mainz war das Eichsfeld wegen seiner exponierten Lage zwischen hessischen und braunschweigischen Gebieten ein ständiger Aufmarsch- und Durchmarschraum für Truppen. Ab etwa 1622 wurde das Eichsfeld direkt in den Konflikt hineingezogen. Schwedische, kaiserliche, dänische, hessische und sächsische Truppen zogen plündernd und brandschatzend durch die Region und pressten die Bevölkerung zur Verpflegung aus. Zahlreiche Orte, Burgen und Höfe – wie etwa die Burg und Stadt Stein bei Lengenfeld oder Teile von Faulungen – wurden in dieser Zeit schwer beschädigt oder zerstört.
Bis zum Ende des Krieges und der Rückübernahme durch den Kurfürsten von Mainz im Jahr 1650 war mehr als ein Drittel des Landes verwüstet, und die Bevölkerung war auf rund ein Viertel ihres ursprünglichen Bestandes dezimiert. Das im Kern zum Erzstift Mainz gehörende Eichsfeld wurde in der Folgezeit konsequent rekatholisiert, während einzelne Enklaven wie die Herrschaft Bodenstein evangelisch blieben.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bilder: Unterzeichnung der Urkunden, Stadtmauer in der Leinegasse und Kommandostand des Stadthauptmannes im Knickhagen © Thomas Schuster Heiligenstadt
Trauermonat November
Der November wird in Deutschland traditionell als Trauermonat oder Monat des Gedenkens bezeichnet, weil in ihm besonders viele kirchliche und staatliche Gedenktage für Verstorbene und Kriegsopfer liegen. Die wichtigsten Gedenktage im November:
Allerheiligen und Allerseelen (1. und 2. November):
Katholische Gedenktage, an denen Gräber gesegnet, geschmückt und Kerzen entzündet werden. Papst Gregor IV. legte das Fest im Jahr 835 auf den 1. November fest, um allen Heiligen und Märtyrern einen gemeinsamen Gedenktag zu geben
Volkstrauertag (zwei Sonntage vor dem 1. Advent):
Ein staatlicher Gedenktag für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Es ist ein Tag des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aller Nationen – einschließlich gefallener Soldaten, ziviler Kriegstoter, Vertreibungsopfer und Menschen, die durch Verfolgung ums Leben kamen.
Buß- und Bettag (Mittwoch vor dem Totensonntag):
Ein evangelischer Tag der Besinnung und Neuorientierung. Der Buß- und Bettag ist ein traditioneller Feiertag der evangelischen Kirche. Er dient der persönlichen und gesellschaftlichen Selbstreflexion, dem Innehalten und der Neuorientierung. Das Motto für 2026 lautet: „Bitte wenden! Mit dir beginnt Neues“
Totensonntag / Ewigkeitssonntag (letzter Sonntag vor dem 1. Advent):
Der Abschluss des evangelischen Kirchenjahres im Gedenken an die Verstorbenen. Evangelische Christen gedenken an diesem Tag ihrer Verstorbenen, oft namentlich in den Gottesdiensten verlesen. Der Name Ewigkeitssonntag verweist auf die christliche Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen führte den Tag im Jahr 1816 ein, unter anderem im Gedenken an die Gefallenen der Befreiungskriege gegen Napoleon.
Warum im November?
Der Monat wurde historisch und praktisch so gewählt, weil das Erntejahr abgeschlossen war und das karge, neblige Herbstwetter ohnehin zur Einkehr und zur Beschäftigung mit Vergänglichkeit passte (Memento Mori - „Bedenke, du musst sterben“).
Zudem gelten die Tage um den Totensonntag und den Volkstrauertag in den meisten Bundesländern als „stille Feiertage“. Das bedeutet, dass öffentliche Veranstaltungen mit lautem Charakter, wie Musikfeste oder die Eröffnung von Weihnachtsmarkten, gesetzlich eingeschränkt sind.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bilder: Kriegerdenkmal in Heiligenstadt, Leinefelde, Trauergedenken in Dingelstädt und Kriegerdenkmal Duderstadt.
Herbst
Schnell ist dahin die Zeit des Glücks,
Ein Sommer zog von hinnen,
Und Fädchen, zart und silberweiß
Die Erde leis’ umspinnen.
Manch Blümelein welkt still dahin,
Der süße Traum entschwebet;
Und eh’ man’s merkt, sich auch ins Haar
Ein Silberfädchen webet.
Und schmerzversunken stehst Du da,
Den welken Strauß in Händen,
Der Dir aus ferner, gold’ner Zeit
Mag duft’ge Grüße spenden.
Schnell ist dahin die Zeit des Glücks,
Da Lust und Lied verklungen — —
Und die vom Glück verlass’ne Brust
Durchziehn Erinnerungen — —.
Therese Wiesner 1899