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Mystischer Rusteberg
Wegen seiner Lage und Form könnte der Berg auch als Kult- und Opferstätte gedient haben. Aus der Frühzeit ranken sich noch Sagen um den Berg. Man erzählt, dass der Rusteberg ein Heiligtum unserer Vorfahren war. Nach der Schlacht im Teutoburger Wald sollen hier gefangene Römer dem Kriegsgott geopfert worden sein. Funde aus dieser Zeit sind nicht vorhanden.

Eine weitere Geschichte erzählt von unseren heidnischen Vorfahren:
„Als sich das Christentum immer weiter ausbreitete, wurde auch auf dem Rusteberg das alte Götzenbild gestürzt. Es wurde dann ein christliches Bethaus dort oben errichtet. Es dauerte trotz allem lange, bis der Glaube an die Götter Thor, Odin, Frigga, Donar und den Walhalla erlosch. Es fehlte nicht an Versuchen, die Priester zu ermorden.

Der Sage nach sammelten sich zur Sommersonnenwende am Opferstein über dem Leinetal bei Burgwalde (heute Brick) die alten Anhänger Odins. Bei diesem Thing wurde beschlossen, das Kreuz auf dem Rusteberg zu stürzen. Der Anschlag misslang, die Angreifer wurden zurückgeschlagen.“

Nach der alten Überlieferung soll es sich um das Götzenbild von Krodo gehandelt haben, der eng mit dem Harz und Harzvorland verbunden ist. Eine Figur wurde bei der Harzburg vor einigen Jahren aufgestellt.

„Krodo oder Sater ist, wie Einige behaupten, ein Gott der alten Deutschen im Harze gewesen, der, wie die Abbildung zeigt, als ein alter Mann mit bloßem Haupte, mit einem Rade und einem Blumengefäße in den Händen und einer weißen Binde um die Hüften, mit bloßen Füßen auf den scharfen Rückenflossen eines Barsches stehend, dargestellt wurde.
Diese Attribute hat man für Symbole der dahin rollenden, Last und Leid mit sich führenden Zeit und den Krodo selbst für den Gott der Zeit gehalten. Unter den Wochentagen soll ihm der Sonnabend heilig gewesen sein. Vielleicht gehörte dieser Götze auch ursprünglich den Slawen an, wenigstens hat man seinen Namen von dem slawischen »kradu«, d.h. stehlen, abgeleitet. An der Stelle, wo sein Bild stand, soll nachher vom Kaiser Heinrich IV. die Harzburg errichtet worden sein. In dem Dome zu Goslar zeigt man noch seinen Altar.“

Quelle: Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 671. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000839108; http://www.zeno.org/Brockhaus-1837/A/Krodo


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