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Kurfürst Johann Friedrich I.
Kurfürst Johann Friedrich I. „der Großmütige“ (1503-1554) war ein ernestinischer Wettiner, der von 1532 bis 1547 Kurfürst von Sachsen war. Als starker Förderer der Reformation und Führer des Schmalkaldischen Bundes verlor er nach der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg 1547 die Kurwürde und den Großteil seiner Länder, gründete aber in der Haft die Universität Jena.
„Der Großmütige“; galt als aufrechter Verteidiger des Luthertums, aber politisch wenig begabt. 1532 übernahm er der Regierung nach dem Tod seines Vaters Johann des Beständigen. Johann Friedrich (in Jena Stadtbild auch Hanfried genannt) war intensiver Förderer der Reformation, Schützer Martin Luthers und Mitbegründer des evangelischen Kirchenwesens.

Er war Führer der protestantischen Fürsten gegen Kaiser Karl V. und erlitt am 24. April 1547 in der Schlacht bei Mühlberg eine vernichtende Niederlage, wurde gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde in lebenslange Haft umgewandelt. Er blieb trotz der Gefangenschaft in Augsburg und Innsbruck (1547-1552) standhaft. Kaiser Karl versuchte, Johann Friedrich dazu zu bringen, das Augsburger Interim zu akzeptieren. Da Johann Friedrich sich jedoch weigerte, wurden die Bedingungen seiner Gefangenschaft weiter verschärft.
Während seiner Gefangenschaft initiierte Johann Friedrich die Gründung der Hohen Schule in Jena als Ersatz für die verlorene Landesuniversität Wittenberg. Erst im Jahr 1558, nach seinem Tod, wurde diese durch Kaiser Ferdinand I. zur Universität Jena erhoben.
Nach seiner Freilassung 1552 durch den Passauer Vertrag residierte er bis zu seinem Tod 1554 in Weimar. Verheiratet war er seit 1527 mit Sibylle von Jülich-Kleve-Berg. Johann Friedrich I. wurde in der Stadtkirche zu Weimar beigesetzt.

Über die Herkunft und Wanderung des Stiefels gibt Dr. Ingrid Dettmann von der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha Auskunft:

„… Als Johann Friedrich I. von Sachsen in der Schlacht bei Mühlberg Kaiser Karl V. unterlag, verlor er in der Folge nicht nur große Teile seines Territoriums und seine Kurfürstenwürde, sondern auch seine Stiefel. Von den Siegern erbeutet, gelangte der eine als Trophäe nach Madrid, der andere in die Kunstkammer nach München. Dort beeindruckte das imposante Schuhwerk des beleibten Fürsten nicht zuletzt durch seine Schaftweite, von der man behauptete, sie sei derart geräumig, dass ein Knabe von vier bis fünf Jahren hineinkriechen könne. Doch hier war die Geschichte des Stiefels noch nicht beendet. Knapp hundert Jahre später kämpften die Urenkel Johann Friedrichs im Dreißigjährigen Krieg an der Seite Gustav II. Adolph von Schweden. Im Zuge der Eroberungen im Kurfürstentum Bayern kam es 1632 zur Plünderung der Münchner Residenz.
Einige Stücke aus der dortigen Kunstkammer gelangten als Kriegsbeute in den Besitz der Weimarer Prinzen und von dort aus, als Ernst der Fromme nach der Erbteilung 1640 Herzog von Sachsen-Gotha wurde, in die Sammlung von Schloss Friedenstein. Unter diesen Objekten befand sich auch der Stiefel des verehrten Ahnen, der von seinen Nachfahren „heimgeholt" und fortan mit Stolz in der Kunstkammer von Schloss Friedenstein präsentiert wurde, wo er sich bis heute befindet. Hier schließt sich der Kreis wieder. Deshalb fasziniert mich an dem Kurfürstenstiefel die Authentizität eines persönlichen Kleidungsstückes dieses tragischen Helden ebenso wie seine spannende Geschichte.“

Quelle: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118712373.html#ndbcontent, https://mobile.aski.org/mein-lieblingsobjekt-stiefel-kurfuerst-johann-friedrichs-i.-von-sachsen-genannt-der-grossmuetige.html - Bild: © Thomas Schuster Heiligenstadt

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