Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Heimatgeschichte: Ort und Rittergut Werleshausen

Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von in Eichsfeld · 23 Dezember 2018
Tags: Werleshausen
Werleshausen an der Werra gehörte gemeinsam mit Neuseesen bis nach dem 2. Weltkrieg zum Eichsfeld und wurde im Wanfrieder Abkommen der amerikanischen Besatzungszone zugeteilt. Der Ort blickt auf eine lange Geschichte zurück, denn schon 874 bestätigte König Ludwig der Deutsche der Abtei Fulda den Besitz von „Widerolteshusun“. 1363 war der Ort im Beitz der Hansteiner. Die evangelische Kirche stammt aus dem Jahre 1803 und wurde von Kaspar Georg von Hanstein gestiftet.

Werleshausen hat ein sehr schönes Herrenhaus, das laut Inschrift aus dem Jahre 1556 stammt. Über dem Eingang zum Treppenhaus befindet sich ein Wappenschild mit den Namen Martin von Hanstein und Margretha von der Hauben. Aus dieser Ehe gingen zwei Mädchen hervor. Die Grundmauern stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert, der Oberbau wurde im Renaissance-Stil errichtet. Vermutlich diente eine kleine Vorgängerburg zur Sicherung der Werra und der Salzhandelsstraße nach Bad Sooden/Allendorf. 1840 ging der Besitz durch Heirat an die Familie von Christen über. Fritz von Christen wurde 1802 Landrat des Kreises Heiligenstadt. Die verlängerte Wilhelmstraße in Heiligenstadt hieß früher „Von Christen-Straße“.

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Von Caspar von Hanstein ist eine schriftliche Eheberedung mit seiner Frau Margaretha Elisabeth Treusch von Buttlar aus dem Jahre 1617 vorhanden. Darin heißt es:

„Zuerst die Jungfrau von ihrem Vater 1.500 Gulden zu 21 Groschen, zu 12 Pfennige thüringischer Währung Ehesteuer und Heiratsgeld, welche ihr in Jahresfrist nach dem Beischlaf erlegt, oder auf das Hauptgut versichert und mit 75 Gulden jährlich verzinst werden sollen …
Auf den kinderlosen Fall von Caspars Ableben erhält die Jungfrau von ihrem Heiratsgut der1.500 Gulden und desgl. Wiederlage, jährlich von Caspers Erben: 40 Malter Korn, 40 Malter Hafer, 17 Malter Gerste, 2 Malter Weizen und 1 Malter „Erbiß“ (Erbsen) Witzenhäuser Maas, auch ihre Kleider, Ketten und Kleinod und was sie am Leibe gehörig und die Hälfte der fahrenden Habe, Frucht auf dem Felde, Silbergeschirr und was in der Ehe errungen, mit Ausnahme der Reisigen Pferde, Harnisch, Geschütz und was zur Wehre gehörig.“

Quelle: Carl Philipp Emil von Hanstein: „Urkundliche Geschichte des Geschlechts der von Hanstein“ 1856/57


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