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Heimatgeschichten: Die Statue des Johannes Nepomuk vor der Martinskirche

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Heiligenstadt ·
Tags: Martinskirche
Vor der  Heiligenstädter Martinskirche steht die Statue des Brückenheiligen  Johannes Nepomuk, die ehemals vor dem Holzbrückentor an der Leine stand.  Vermutlich kam sie nach dem Abriss des Tores Anfang des 19.  Jahrhunderts an ihren heutigen Platz. Die im Herbst 1999 in Erfurt  sanierte Figur wurde am 2. Mai 2000 wieder aufgestellt. Am Sockel kann  man ein stark verwittertes Wappen erkennen. Den Umrissen nach handelt es  sich um das Wappen des Mainzer  Kurfürsten und Erzbischofs Philipp Karl von Eltz-Kempenich (1665-1743).  Ein ähnliches Wappen befindet sich am Westeingang des Jesuitenkollegs.

 Walter Rassow schreibt 1909: „Endlich ist noch ein der Barockzeit  entstammendes Denkmal auf dem kleinen Kirchhofe im Süden der Kirche zu  erwähnen, das eine männliche Figur auf einem Sockel ohne Inschrift  enthält. Es ist dies ein Standbild des Johannes von Nepomuk, das früher  auf dem Holzbrückentor stand.“ Wenn dies der Fall war, könnte der Sockel  aus jüngerer Zeit stammen.

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Johannes Nepomuk wurde um 1350 als  Johannes Welflin oder Wolfflin in Pomuk bei Pilsen geboren und war ein  böhmischer Priester und Märtyrer. Erst mit 30 Jahren wurde Johannes zum  Priester geweiht. Zuvor war er als kaiserlicher Notar in der Kanzlei des  Erzbistums Prag tätig. Er studierte Rechtswissenschaften an den  Universitäten von Prag und Padua und wurde 1389 vom Prager Erzbischof  Johann von Jenstein zu einem seiner beiden Generalvikare ernannt. Es kam  es zu einer Feindschaft zwischen König Wenzel IV. und dem Erzbischof.  Nach dem Tod des Kladrauer Abts sollte der Kandidat des Königs als  Verwalter eingesetzt werden. Doch die Mönche wählten ihren Mitbruder  Olen zum Abt, den der bischöfliche Generalvikar Johannes von Nepomuk  sehr zügig bestätigte. Der König konnte auf Grund seiner Abwesenheit die  Einspruchsfrist von 3 Tagen nicht einhalten. Als Grund wird auch seine  Weigerung genannt, das Beichtgeheimnis die der Untreue verdächtigten  Ehefrau des Königs, preiszugeben.

Johannes von Nepomuk wurde  verhaftet, gefoltert und schließlich am 20. März 1393 von der  Karlsbrücke aus in der Moldau ertränkt. Der Leib des im Wasser  Treibenden soll von fünf Flammen umsäumt gewesen sein, weswegen Johannes  von Nepomuk oft mit fünf Sternen um sein Haupt abgebildet wird. Der  Bischof ließ ihn im Prager Veitsdom bestatten und schon nach kurzer Zeit  wurde er als Märtyrer verehrt. Die Heiligsprechung fand erst 1729 durch  Papst Benedikt XIII. statt. Der Festtag des Hl. Johannes Nepomuk ist  der 16. Mai und er gilt als Schutzpatron von Böhmen, Bayern, Salzburg,  Seckau, Correggio, Prag, Banat und Santander, der Beichtväter, Priester,  Schiffer, Flößer und Müller, des Beichtgeheimnisses, für  Verschwiegenheit, gegen Wassergefahren und der Brücken.

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Quelle: Wikipedia (Nepomuk); Walter Rassow: „Bau und Kunstdenkmäler des Kreises Heiligenstadt“ – Verlag Cordier 2002


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