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Heimatgeschichten: Was es mit dem alten Turm in Beuren auf sich hat

Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von in Eichsfeld · 22 März 2019
Tags: Beuren
In unmittelbarer Nähe der Kirche in Beuren befindet sich ein alter Turm, der erstmals am 9. Dezember 1294 erwähnt wurde. Hier befand sich aller Wahrscheinlichkeit die einstige Zollstätte des Dorfes. Nach der Verlegung dieser Zollstätte nach Heiligenstadt verlor der Turm seine Bedeutung, daher baute man im Jahre 1342 an diesem Turm ein Kirchenschiff an und nutzte ihn als Kirche.

Seine Gestalt und seine feste Bauart lassen deutlich erkennen, dass es kein eigentlicher Kirchturm war, er hat vielmehr große Ähnlichkeit mit alten Warttürmen und Bergfrieden. Der als Kirchturm umgebaute Turm bekam 1342 eine Turmhaube aufgesetzt und besaß 3 Glocken. Die untere Wandstärke des Turmes beträgt 1,80 Meter. Der Kirchenanbau wurde im Jahre 1873 abgerissen. Die Wohnung im oberen Stockwerk besaß einen Kamin und war noch um 1900 in einem guten Zustand.

„Buren“ wird im Jahre 1269 als „Stadt“ genannt, besaß Zoll- und Geleitrechte an der Straße. Die Geschichte des Ortes als germanischen Herrenhof erzähle ich später.

Über die alte Kirche in Beuren schreibt Carl Duval um 1840:
„In demselben (Beuren) betrachten wir sie sehr alte Kirche von einem hohen gerundeten Thurme, und eine über der Kirchenthür befindliche Inschrift, welche uns erzählt, daß ein Herr Heinrich genannt von Bodungen dieselbe im Jahre 1342 hat erbauen lassen …“

Das Bild zeigt die Kirche von Beuren im Jahre 1859 in einer Zeichnung des Ferdinand von Quast (1807-1877), ein deutscher Architekt und Kunsthistoriker. 1843 wurde er zum ersten Staatskonservator von Preußen ernannt.

Quellen: Walter Rassow: „Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Worbis.“ – Verlag Cordier 1994; Carl Duval: „Das Eichsfeld“ - 1845


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